Gib mir ein Wort!

Nachdem dieser Frühling bisher erstaunlich viel Neues und Gutes gebracht hat, wird es auch hier Zeit für etwas Neues! Und zwar bin ich auf eine Internetseite gestoßen, welche zufällige Wörter generiert. Und aus drei dieser zufällig generierten Wörter will ich an dieser Stelle versuchen, eine amüsante Geschichte zu basteln. Ob das gelingt, überlasse ich lieber der Einschätzung meiner verehrten Leser!

„erhalten, Känguru, Stadtzentrum“

„Sie erhalten Ihr Känguru um 14 Uhr an der Sparkasse im Stadtzentrum“
Diese sehr seltsam anmutende Nachricht fand ich an einem wunderbar sonnigen Sonntagmorgen in meinem Briefkasten. Jeder normale Mensch würde einen solchen Brief als kompletten Schwachsinn abtun. Ich meine, wie sollte jemand ein Känguru ins Stadtzentrum bekommen? Wieso sollte er mir dieses Känguru übergeben wollen? Und was zur Hölle sollte ich eigentlich mit diesem Känguru machen?
All diese Fragen boten eigentlich genug Zweifel, um die dubiose Nachricht geflissentlich zu ignorieren…
Und so saß ich am frühen Nachmittag in der Straßenbahn in Richtung Innenstadt. Wegen eines Briefes, der mir ein Känguru versprach. Und doch war ich mir meiner geistigen Gesundheit recht sicher. Immerhin, ich kann einen Garten vorweisen, in dem ein Känguru leben kann! Und vielleicht könnte ich es dressieren, sodass ich auf ihm zur Arbeit reiten könnte. Was wäre das für ein genialer Auftritt, auf einem Känguru zur Behörde zu reiten und nach dem Tagewerk dann in Richtung Sonnenuntergang nach Hause zu reiten! Aber erstmal müsste tatsächlich ein Känguru auf mich warten, dies war immer noch der größte Knackpunkt in meinen Tagträumen.

Wenn man es sich einmal recht überlegt, wäre ein Känguru aber nicht so beeindruckend wie ein Braunbär. So ein Ritt auf einem Braunbär ist ja das Sinnbild des bewundernswerten Helden, der Tag rettet! Aber gut, ich wollte mich nicht beschweren, dieser ominöse Wildtierspender hatte bestimmt seine Gründe, mir ein Känguru schenken zu wollen und keinen Braunbären. Oder einen großen afrikanischen Elefanten…
In diesen und ähnlich absurden Gedanken vertieft, verpasste ich fast meine Zielhaltestelle, unter „fast“ könnt ihr euch an dieser Stelle einen panischen Sprint zu der sich schließenden Straßenbahntür vorstellen.

In der Innenstadt angekommen, sah ich all diese Menschen, die gewöhnlichen sonntäglichen Aktivitäten nachgingen, wie Kaffee trinken, Eis essen oder gedankenverlorenem Herumspazieren. Und ich war in meiner seltsamen Wildtiermission unterwegs, das hörte sich schon in meinem Kopf schräg an und wahrscheinlich würde es sich noch schräger anhören, dieses Vorhaben laut auszusprechen. Zweifelnd, aber auch zuversichtlich machte ich mich auf den Weg zu der besagten Sparkasse. Den Weg kannte ich natürlich gut, immerhin hatte ich diesen auch schon in geistig weniger klaren Zuständen hinter mich gebracht und vor allem erfolgreich gefunden.

Dort angekommen erwartete mich, welch eine Überraschung, kein Känguru. Und auch keine dubiose Person mit Schlapphut in einer Seitenstraße blickte mich vielversprechend an. Gut, es befand sich doch jemand in einer düsteren Seitenstraße, welche für diesen Zweck gut geeignet wäre, doch dieser jemand war zu sehr damit beschäftigt, seinen Mageninhalt nach außen zu befördern, um einer möglicherweise drohenden Alkoholvergiftung zu entgehen, er konnte also nicht der Verfasser der Känguru-Nachricht sein. Obwohl es zugegebenermaßen eine gewisse Komik gehabt hätte, ihn in diesem Zustand auf australische Wildtiere anzusprechen.

Davon ließ ich dann aber doch ab, dieser junge Mann hatte gerade andere Sorgen, als sich mit meiner Geschichte zu befassen und so wartete ich noch einige Minuten in der Sonne. War ja auch ganz angenehm, so ein kleiner Sonntagsausflug. Immerhin war es erst 14.02, um ganz präzise zu sein. So ein Känguru in ein Stadtzentrum zu führen, kann ja schon mal etwas Zeit kosten. Vielleicht war es scheu oder ein paar Ordnungshüter würden sich zurecht fragen, was man mit diesem Geschöpf vorhätte.

Und so schwelgte ich noch eine Weile in meinen Gedanken und beobachtete aufmerksam jeden Passanten. Man sollte meinen, wenn jemand ein ca. zwei Meter großes Känguru sollte meine Aufmerksamkeit relativ einfach wecken können, aber man kann ja nicht aufmerksam genug sein.
Nach einer halben Stunde musste ich mir dann aber doch eingestehen, dass ich wahrscheinlich doch nicht der stolze Besitzer eines australischen Großsäugetieres werden würde und so trat ich ein wenig enttäuscht den Heimweg an. Auf diesem weniger euphorischen Heimweg stellte ich mir immer wieder die Frage, welcher kranke Geist auf die Idee kam, eine solche Botschaft in dem Briefkasten eines unbescholtenen Bürgers zu hinterlassen. Auf diese Frage könnte man natürlich die Gegenfrage erwidern, wer einer solch stumpfsinnigen Nachricht tatsächlich auf den Grund gehen würde.
Wahrscheinlich wäre mein Garten eh zu klein für Känguru, dachte ich mir und dieser Gedanke war dann doch sehr versöhnlich.

Und das war es wieder für heute. Ich hoffe, diese doch etwas… ungewöhnliche Geschichte bietet einen kleinen Unterhaltungswert. 😀 In diesem Sinne, bis bald!

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