Von Hunden, Autos und Politikertweets

Heute war mal einer dieser Tage, an denen Stau im Feierabendverkehr herrschte. Gut, das könnte ich in dieser ansonsten wunderschönen Stadt nahezu jeden Tag sagen, aber irgendwie muss ich den Beitrag ja beginnen.
Jedenfalls schaue ich mich im Stau gerne um, welche Verkehrsteilnehmer gerade so in meiner Nähe damit beschäftigt sind, herumzustehen, ab und an ein paar Meter zu fahren und dabei vereinzelt mit vor ungeduldiger Wut verzerrter Mine umherzublicken, auf der Suche nach einem wehrlosen Objekt, das vor ihrer gnadenlosen Wut erzittern soll. Meistens handelt es sich dabei um andere Autofahrer, welche die Dreistigkeit besitzen, nicht innerhalb von einer Sekunde wieder auf den Vordermann aufzufahren, nachdem sich die Kolonne einen halben Meter bewegt hat. Da kann man schon mal aus der Haut fahren.

Im Stau erblickte ich im Wagen vor mir einen Hund. Es müsste sich meiner wenig fachkundigen Ansicht nach um eine Rasse in Richtung Berner Sennenhund gehalten haben, aber definitiv um einen sehr schönen Hund. Und wie ich da so saß, zugegebenermaßen ein wenig gelangweilt vom wenig fließenden Verkehr, versuchte ich, den Hund auf mich aufmerksam zu machen und das ohne unnötig viele genervte Blicke auf sich zu ziehen, weil es tatsächlich eher so mittelgut bei anderen Menschen ankommt, im Stau sinnlos zu hupen.
Nach einer Weile erbarmte sich das fellige Geschöpf dann tatsächlich, seinen Blick nach hinten, also in meine Richtung zu wenden, was ich mit wildem Winken erwiderte. Dies war aber scheinbar selbst für einen Hund im Kofferraum eines Wagens, der im Stau steht, nicht Grund genug, mir ein wenig Aufmerksamkeit zu geben und so drehte er sich wieder nach vorne.
So saß ich weiterhin da, leicht enttäuscht ob der fehlenden tierischen Zuwendung und mein Blick fiel auf eine Frau am Straßenrand, die mich stirnrunzelnd anschaute. Offenbar hielt sie jemanden, der Hunden im Stau zuwinkt, nicht für geistig geeignet, ein Fahrzeug zu führen, das theoretisch Menschen in Gefahr bringen könnte.
Gute Frau, falls Sie das hier lesen: Sie sind durch und durch langweilig!

Als sich der Stau dann endlich lichtete, habe ich vor Freude ein wenig mehr Gas als nötig gegeben, was einen Golf GTI-Fahrer hinter mir offenbar derart provozierte, das er mir erst die roten Zierleisten seines Kühlergrills in den Nacken presste, um mich dann mit Vollgas zu überholen und vor mir einzuscheren.
Gut, ich hätte dem Herrn auch vorher sagen können, dass 220 PS eine bessere Beschleunigung als 82 PS ermöglichen, aber er ließ sich von dem Selbstversuch nicht abbringen.
Und so ging dann ein Dienstag mehr oder weniger entspannt zuende.

Und sonst so?
Herzlichen Glückwunsch, Peter Tauber! Die von einer leicht kollegahesken Arroganz geprägte Antwort des CDU-Generalsekretärs auf die Frage, ob man mittlerweile drei Minijobs brauche, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren,  den großen Fragen der Menschheit nicht besser formulieren können. Nur versuche ich hier lediglich, Leute zu unterhalten und bin eben nicht CDU-Generalsekretär, der eigentlich daran arbeiten sollte, die Lakaien Wähler im Angesicht der kommenden Bundestagswahl für sich zu gewinnen. Aber nun ja, auch schlechte PR ist gute PR.

Bis zum nächsten Mal!

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