Von Tücken beim Einkauf und Lottogewinnen

Der Frühling streckt langsam seine Fühler aus und mit Erschrecken stellte ich fest, dass bereits in dieser Woche der dritte Monat des Jahres beginnt. Wo ist nur all die Zeit geblieben? Jedenfalls wird es mal wieder Zeit, aus meinem Leben (und dem von anderen Leuten) zu berichten.

Meine heutigen Ausführungen beginnen einigermaßen unspektakulär: Eine Frau lief über die Straße. Das Erwähnenswerte hierbei ist die Tatsache, dass sie dies wenige Meter vor meinem fahrenden Auto tun musste und mich so dazu zwang, das Fahren kurzzeitig und abrupt zu unterbrechen. Die verehrte Dame hielt es aber noch für nötig, mich mit sehr wütenden Gesten darauf aufmerksam zu machen, dass es eine absolute Unverschämtheit von mir war, an einer Straße ohne Fußgängerampel oder -überweg nicht mit spontanen Überquerungen ebendieser zu rechnen. Danach eilte sie aber weiter, ohne einen Moment dafür zu danken, dass sie ihren (Lebens-)Weg fortsetzen durfte.

Meine eigene Reise führte mich jedoch ohne weitere Unterbrechungen in die nächste Filiale einer namhaften Parfümerie (ihr dürft mich gerne für Werbung bezahlen, umsonst mach ich das nicht! :D), weil ich den Auftrag hatte, eine Bestellung dort abzuholen. Man sollte meinen, das wäre ein recht kurzweiliges Vergnügen und das hatte ich auch so erwartet. Doch da hatte ich die Rechnung ohne die fortbildungsgeschulten Verkäuferskills einer Parfümeriefachkraft gemacht. Sofort begann ein offenbar vorgefertigtes Verkaufsprogramm mit der Frage, ob ich nicht eine Douglascard haben wolle, mit der ich bei jedem Einkauf Punkte sammeln könne. Ich wollte zuerst fragen, ob ich wie jemand aussehe, der regelmäßig ein solches Geschäft besuche, wollte meinen Besuch aber nicht unnötig in die Länge ziehen und beließ es bei einem „Nein, brauch‘ ich nicht unbedingt.“ und das letzte Wort dieses Satzes war offenbar wie ein Tropfen Blut, der einen weißen Hai anlockt und die junge Verkäuferin biss sich daran fest. Sie erzählte mir, dass das absolut kostenlos ist, ich regelmäßig Geschenke bekommen würde und nur meine E-Mail Adresse angeben müsste und ich war so genervt, dass ich (Schande über mich) zusagte, damit sie den Mund hält. Und ich dachte, ich würde jetzt einfach so eine Karte bekommen und könnte dann mit der Karte dieses unselige (und außerdem ziemlich parfümgeruchbelastete) Geschäft verlassen, doch dann wurde mir die zweifelhafte Ehre zuteil, dass ich mir sofort mein erstes Geschenk aussuchen konnte. Ich war absolut begeistert.
Doch meine Stimmung sank weiter ins Bodenlose, als die Auswahl, aus der ich wählen konnte, vor mir ausgebreitet wurde, die gefühlt das halbe Sortiment des Ladens umfasste. Und tatsächlich schaffte es die Verkäuferin aus der Hölle wieder, mein bemerkenswert schlechtes Wohlbefinden mit Füßen zu treten, indem sie anfing, die Vorzüge jedes einzelnen Produktes zu schildern. Um dieses Kapitel endlich zu schließen, unterbrach ich ihren Vortrag, indem ich ein Badeöl mit der Begründung wählte „Das ist blau.“, worauf ich mit einem fassungslosen Blick bedacht wurde, was mir aber reichlich egal war. Ich konnte dieses Geschäft endlich verlassen (wofür mir meine Atemwege dankten) und mich auf den Weg nach Hause machen.

Bei der täglichen Lektüre von Nachrichtenberichten bin ich tatsächlich immer noch erstaunt ob der vollkommenen Unfähigkeit einiger Mitmenschen. Eine Britin will offenbar eine Lottogesellschaft verklagen, weil sie dort mit 17 Jahren umgerechnet 1,2 Millionen Euro gewonnen hat. Die bemitleidenswerte Dame hat dieses Geld nämlich für ein Haus, ein luxuriöses Fahrzeug, mehrere Schönheitsoperationen und Luxusurlaube genutzt und leidet jetzt sehr unter ihrem Luxus, da es ja sehr schwierig sei, die wahre Liebe zu finden und all die Beschwerlichkeiten des Reichtums jeden Tag ertragen müsse.
Wow, mir blutet das Herz ob dieses schrecklichen Lebens…
Mal abgesehen davon, dass es einer 17-Jährigen tatsächlich sehr den Kopf verdrehen kann, so viel Geld zu besitzen, liegt es doch jetzt allein in ihrer Hand, das alles zu ändern und den Reichtum wieder abzugeben, wenn sie damit nicht leben kann?
Mal abgesehen davon frage ich mich, was denn das Ziel ihrer möglichen Klage sein soll? Schmerzensgeld? Eine tolle Idee, wenn das die Wurzel ihres Problems ist.

Und das war es wieder für heute. Bis zum hoffentlich baldigen nächsten Mal! :3

3 Kommentare zu „Von Tücken beim Einkauf und Lottogewinnen

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