Weihnachtlicher Wochenstart

Nein, es ist tatsächlich kein Tippfehler, diese Woche wenden wir kurzzeitig den Blick von den Sternen ab und widmen uns der Weihnachtszeit. Gerade in der letzten Woche vor dem Fest wartet unser Alltag mit einigen wenig besinnlichen Herausforderungen auf. Und diese wollen wir nun an einem fiktiven Tagesablauf abarbeiten. Torben, unser heutiger Protagonist, tut mir schon ein wenig Leid…

„Last Christmas, i gave you my heart…“
Von diesen wohlbekannten Klängen wurde Torben durch seinen Radiowecker aus dem Schlaf gerissen. „Es ist tatsächlich wieder soweit“, dachte er sich und bereitete sich mental auf den Tag vor. Trotz seines Urlaubs war viel zu tun. Die Zutaten für das weihnachtliche Familienessen mussten besorgt werden, das wie jedes Jahr aus ihm und seinen Eltern bestehen würde, die ihn, ebenfalls wie jedes Jahr, darauf hinweisen werden, dass er sich dringend eine Freundin suchen müsse. Außerdem mussten noch die letzten Weihnachtsgeschenke eingekauft werden.
Und so setzte sich Torben in sein Auto, das gnädigerweise nach fünf Startversuchen seinen Dienst antrat und fuhr ins nächstgelegene Einkaufszentrum. Auf dem  zwanzigminütigen Weg erklang wieder einmal der liebliche Gesang von Wham!. Drei Mal.

Da dies weniger Kreativität erforderte, besorgte Torben zuerst alle nötigen Zutaten für das weihnachtliche Truthahnessen. Zumindest fast alle, den Truthahn wollte er später auf einer Truthahnfarm besorgen.
Sein zugegebenermaßen nicht allzu voluminöses Fahrzeug war schon mit der Menge an Lebensmitteln heillos überfordert, aber frohen Mutes machte sich Torben nun auf seine schwierigste Mission: Geschenke einkaufen. Was das angeht, war er tatsächlich derart unkreativ, das er sehr dankbar für die präzise Suchfunktion auf diversen Internetseiten war. Doch diese halfen ihm an dieser Stelle nicht weiter. Denn was schenkt man jemandem, der selbst sagt, dass er Geschenken und Weihnachten hasst und eigentlich auch nicht viel mit Menschen zu tun haben will?
Es war schon erstaunlich genug, dass dieser jemand, der übrigens Daniel heißt, überhaupt die Gesellschaft von Torben zu schätzen wusste. Jedenfalls war die Aufgabe deshalb relativ schwierig. Trotz Daniels wildem Bartwuchs entschied sich Torben gegen ein Rasiermesser. Einem Misanthropen ein Rasiermesser zu schenken erschien ihm irgendwie falsch.
Einen Moment lang blieb er an einer Grumpy-Cat-Plüschpuppe hängen, doch dann fiel ihm ein, dass Daniel auch keine Katzen mochte. Eigentlich gar keine Haustiere. Oder Tiere generell. Man könnte auch sagen, Daniel missfielen Lebewesen, die sich bewegten und Geräusche machten.
Schon ein wenig deprimiert machte Torben plötzlich die rettende Entdeckung: Ein künstlicher Bonsaibaum! Dieses Geschenk erinnerte entfernt an etwas Lebendiges und war schön anzuschauen, ohne Daniel mit einem nervigen Überlebenstrieb auf die Nerven zu gehen.
Mit diesem Glücksgriff im Gepäck machte sich Torben auf in Richtung der ominösen Truthahnfarm. Dort angekommen hörte er schon ein vertrauenerweckendes „Blübelup“. Aufgrund des vermuteten großen Andrangs hatte Torben schon vor Wochen einen Truthahn bestellt. Und ja, es war ein Prachtexemplar. Beim Einladen ins sein Kraftfahrzeug sorgte diese beeindruckende Größe für Probleme. Und so musste das tote Geflügel auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, natürlich angeschnallt. Wer schon einmal einen gerupften Truthahn gesehen hat, kann sich dieses seltsame Bild vorstellen.

Auf dem Weg nach Hause sah Torben eine wunderschöne junge Dame am Straßenrand stehen und versuchte, durch ein vertrauenserweckendes Lächeln Kontakt aufzunehmen. Und tatsächlich, sie strahlte zurück. Dann fiel ihr Blick den auf neben Torben „sitzenden“ Truthahn und sein Lächeln erschien auf einmal nicht mehr ganz so vertrauenserweckend.
Also verbrachte Torben auch die restlichen Tage vor dem Fest allein. Nein, nicht ganz allein. Ein toter Truthahn, irgendwie in den Kühlschrank gepfercht leistete ihm Gesellschaft. Und natürlich die lieblichen Stimmen von Wham!.
„Laaaast Christmas…..“

3 Kommentare zu „Weihnachtlicher Wochenstart

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