Spontanbericht #12

Hach, was war das für ein wunderschöner Tag. Ich erblickte meinen Bürostuhl mit der abgebrochenen Armlehne, was daher rührte, dass sich jemand laut meinen Kollegen in meiner Abwesenheit auf den Stuhl gesetzt hat. Nun, es ist nicht normal, dass Armlehnen abbrechen, wenn sich gewöhnliche Menschen auf ihnen niederlassen. Also entweder war es ein…. besonders beschaffener Mensch oder dieser hat mit außergewöhnlicher Gewalt operiert. Beide Fälle missfallen mir, wobei sie mich gleichzeitig etwas amüsieren.
Auch der Pförtner ließ seine liebliche Stimme erklingen, indem er eine Person freundlichst darauf hinwies, eine Türe zu schließen: „Schließen sie die Tür, aber ziemlich zügig!“

Im Fitnessstudio habe ich mich auf zwei ruhige Stunden gefreut, in denen ich mit meiner Musik und meinen Gedanken allein bin. Leider war offenbar zeitgleich die Psychiatrie und Brüllaffengehege geöffnet worden, sodass ich schlecht gelaunt und kopfschüttelnd ob des Niedergangs unserer Gesellschaft mein Programm durchzog. Wenigstens die Musik konnte mir keiner nehmen.
Gekrönt wurde dieser Besuch von der Tatsache, dass in der Umkleidekabine mit voller Lautstärke In da Club von 50 Cent aufgedreht wurde, wobei die Klangqualität aufgrund der vollkommen überforderten Lautsprecher des Smartphones und der offenbar von Youtube heruntergeladenen Version dieses Liedes wahrscheinlich noch von einem Kassettenrecorder hätte übertroffen werden können. Trotzdem wurde allgemeines Kopfnicken ausgelöst, was mir dann doch ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Auf dem Heimweg stand ich auf einer dreispurigen Straße an der roten Ampel. Im Fahrzeug neben mir saß eine Frau, welche mich schwärmerisch ansah. Das wäre an sich nicht der Rede wert, doch auf meiner anderen Seite stand ebenfalls ein Kraftfahrzeug, dessen wohlgemerkt männlicher Besitzer mich ebenfalls liebevoll ansah. Das war mir dann doch etwas unheimlich und ich blickte gleichzeitig ängstlich und fragend zwischen diesen Leuten hin und her, bis mir die Idee kam, dass diese Leute sich kannten und eben nicht mich meinten, während ich mit meiner Verwirrung diesen wahrscheinlich intimen Moment störte. Nun ja, ich war froh, dass doch nicht mir diese Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Und sonst so? Jetzt wartet Harry Potter auf mich und da ist wenigstens alles normal! Ja genau, eine Zauberschule mit Geistern, sich bewegenden Treppen und dreiköpfigen Hunden ist normaler als meine Mitmenschen. 😀

4 Kommentare zu „Spontanbericht #12

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s