Hoch die Hände, Wochenende!

Es wird mal wieder Zeit für einen spontanen Wochenrückblick. Diese Woche bot mal wieder sowohl Unterhaltungs- als auch Frustrationspotential. Kommt ganz auf die Perspektive an.
Ich fahre mit dem Auto zur Arbeit. Das ist an sich keine spektakuläre Meldung, da dies (zu meinem Leidwesen) sehr viele Menschen in Deutschland so machen. Auch solche, die offensichtlich vollkommen damit überfordert sind, ein Automobil mit Geschwindigkeiten zu bewegen, die 30 Kilometer pro Stunde übersteigen und sich gleichzeitig durch regelmäßiges Atmen am Leben zu halten. Bei so manchen Mitmenschen ist man sich jedoch nicht sicher, welche der beiden Tätigkeiten sie nun vernachlässigen. Entweder konzentrieren sie sich zu sehr aufs Atmen und verlieren dabei die Kontrolle über ihr Kraftfahrzeug oder aber sie richten ihre gesammelte kognitive Energie auf das Führen ihres fahrbaren Untersatzes, der Prozess des Atmens wird dabei nicht mehr korrekt ausgeführt und durch die Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff lässt das fahrerische Können ebenfalls nach. Das schreit nach investigativen Nachforschungen.

Jedenfalls benötigt man einen Transponder, um die Schranke zur Tiefgarage meines Arbeitsplatzes zu öffnen. Jeder Transponder wird individuell freigeschaltet, dies geschieht einmal in der Woche. In der Zeit zwischen Aushändigung des Transponders und seiner Freischaltung kann man eine Klingel betätigen und der personifizierte Sonnenschein, welcher die Kontrolle über die Pforte hat, öffnet dann die Schranke. Ich stand also vor der Schranke, betätigte den Knopf und es passierte nichts. Also stand ich da. Hinter mir wuchs schon eine beträchtliche Schlange von Fahrzeugen an, deren Insassen bei dieser morgendlichen Verzögerung die pure Lebensfreue ins Gesicht geschrieben stand. Eine Heldin jedoch lieh mir auf Nachfrage ihren Transponder und ich eilte zu meinem Auto zurück. Da herrschte mich bereits eine Stimme aus der Gegensprechanlage an, was ich denn da machen würde. Witzig, witzig, mein Freund. Was soll ich denn machen, wenn ich vor der geschlossenen Schranke stehe? Ich wollte nicht unbedingt die geballten Pferdestärken meines Vehikels nutzen, um die Schranke zu durchbrechen. Aber nun, ich erreichte dann doch wohlbehalten meinen Arbeitsplatz.

Auch den Friseur habe ich wieder einmal besucht. Und ja, ich habe immer noch unfassbaren Spaß dabei. Jedenfalls wartete ich, bis eine der Fachkräfte Zeit für mich hatte. Auf einmal wurde ich Zeuge einer wilden Diskussion. Alle Friseure des Salons und dazu noch mehrere Kunden (!!!) hatten sich um eine Kundin versammelt und beredeten, wie ihre Frisur gestaltet werden müsse. Sie schien extrem begeistert darüber. Schlussendlich war man der Meinung, man müsse die Spitzen schneiden und einmal durchföhnen. Was für ein revolutionärer Vorschlag. Als ich an der Reihe war, hatte ich für einen Augenblick das Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass ich nicht die Meinung des Plenums erwünsche. Habe es dann aber aufgrund der kommenden Zeitspanne, in der eine Person mit scharfen Werkzeugen an meinem Kopf hantiert, gelassen. Es fällt mir schwer, aber man muss auch mal wissen, wann man besser den Mund hält. Ein weiterer Grund, warum ich diesen Blog liebe!

Und sonst so?
Während sich so mancher über Pokemon Go aufregt, möchte ich auf einen deutlich erschreckenderen Missstand hinweisen:
Es gibt eine App, von der man daran erinnert wird, genügend Wasser zu trinken. Man könnte meinen, wir wären mittlerweile so verblödet, dass wir selbst etwas derart Essentielles vergessen. Bestätigt aber meine These von oben. Und das Traurigste daran ist, 10 Millionen Menschen auf dieser Welt haben diese App heruntergeladen. 10 Millionen Menschen, von denen ein Großteil ebenfalls ein Auto bewegen darf…. Manchmal habe ich Angst vor dieser Menschheit.

 

8 Kommentare zu „Hoch die Hände, Wochenende!

    1. Das ist ein Punkt. 😀 Ich bin allerdings auch vom durchschnittlichen Menschen ausgegangen, der geistig gesund ist. Demente Menschen würden wahrscheinlich auch ihr Handy vergessen und dann wäre das mit der Erinnerung auch wieder vorbei.

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