Spontanbericht #10

Yey, die Zahl der Spontanberichte ist zweistellig! Und ich werde nicht müde, die Banalitäten meines Alltags hier aufzuarbeiten.

Als ich Feierabend machte, war Stau. Das ist etwas, das mich manchmal nerven kann, meistens sehe ich das aber relativ gelassen. Ich hab ja Musik im Auto. Jedenfalls musste ich die Spur wechseln, dazu will ich aber sagen, dass ich nicht wie einige clevere Mitmenschen eine freie Spur genutzt hab, um mich vorzudrängeln. Beide Spuren waren sehr langsam unterwegs und ich musste halt auf die rechte. Also setzte ich den Blinker und wie erwartet, wird man in dieser Stadt sehr häufig nicht auf die andere Spur gelassen, da ja dann der Hintermann ein weiteres Auto vor sich hat und wieder einige Sekunden mehr auf sich nehmen muss. Diese armen, gestressten Menschen…

Die Dame im Auto hinter mir fing dann auf einmal an, wild zu hupen und ich sah im Rückspiegel, wie sie wild gestikulierte und wahrscheinlich sehr unfreundliche Worte in meine Richtung rief. Diese verstand ich glücklicherweise nicht und mir blieb auch nicht genug Zeit, von ihren Lippen zu lesen. Oder auszusteigen und sie nach ihrem werten Befinden zu fragen. Ich glaube, dann hätte ich den Tag aber auch nicht überlebt. Wie sie da so saß und um sich schrie, ob der kostbaren Zeit, die ich ihr wohlgemerkt im Stau stahl, kam ich nicht herum, mein nun mögliches Einfädeln in die rechte Spur noch kurz hinauszuzögern. Ich will nicht leugnen, dass ich mich an solchen unnötig aufbrausenden Menschen sehr amüsieren kann. So hat ja jeder sein Laster. Und so hatten wir beide was davon, ich hatte etwas Spaß und sie konnte die angestaute Wut ihres schlechten Tages in meine Richtung kanalisieren. Ich bin nur froh, dass hier nicht jeder Mensch eine Waffe tragen darf, wenn ich ihren Gesichtsausdruck richtig gedeutet hab, hätte dich mich ohne mit der Wimper zu zucken über den Haufen geschossen.

Und sonst so? Der Mensch, der in der Toilettenkabine auf meiner Etage immer mit sich selbst spricht, macht mir gewisse Sorgen. Zuletzt begann er seine Ausführungen mit „Meine Damen und Herren, nun sind wir endlich hier zusammengekommen.“ Vielleicht redet er aber auch gar nicht mit sich selbst, sondern ein Jour Fixe findet an diesem ungewöhnlichen Ort statt. Oder die Versammlungen eines geheimen Zirkels, wer weiß?

Und das soll es auch schon wieder an diesem wundervollen Mittwoch gewesen sein. Die Woche ist bald um, die Sonne beehrt uns mit ihrer Anwesenheit, was will man mehr?

2 Kommentare zu „Spontanbericht #10

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