Spontanbericht #6

Kennt ihr das, wenn eigentlich alles reibungslos läuft und ihr der absoluten Glückseligkeit in allen Belangen nah wie selten seid und sich euer Leben dann entscheidet, dass das ja eigentlich viel zu langweilig ist und alles durcheinander geworfen wird? Schicksal, manchmal bist du eine Bitch.

Das Anstrengende an solchen Phasen ist leider, dass mir dann die Unzulänglichkeiten der Mitmenschen besonders ins Auge und auf die Nerven fallen. Das fängt schon damit an, dass mir gerade auffällt, wie nervig das ist, jedes Mal nachgucken zu müssen, an welcher Stelle der Nummerierung ich gerade mit diesem Beitrag bin. Ich meine, das erscheint noch überschaubar, zwingt mich aber jedes Mal dazu, meinen Zeigefinger zu bewegen, um zum letzten Spontanbericht zu scrollen und nachzuschauen, bei welcher Nummer wir angelangt sein. Ihr merkt schon, die Stimmung ist auf dem Siedepunkt.

Dazu kommt, dass ich tagtäglich von Menschen umgeben bin, die entweder mit den technischen Errungenschaften unserer Zeit oder mit der politischen Situation auf dieser Welt derart überfordert sind, dass sie vor geistigen Aussetzern kaum noch geradeaus laufen können. Das erinnert mich immer an ein Auto, dass holprig und nickend anfährt, wenn man zu wenig Gas gibt. Kann man eins zu eins auf den Schädel mancher geistig Umnachteten übertragen.
Ich meine, man sitzt im Büro und wünscht niemandem etwas Schlechtes und hört nur ein reißendes Geräusch aus dem Scanner, gefolgt von einem wehklagenden „Oh, jetzt hat der alle Blätter auf einmal durchgezogen.“ Und das wiederholt sich etwa fünfzehn Mal. Ich fragte mich an dieser Stelle, ob in dieser Situation eine Art Mitleid des Scanners erwartet wird, der sich nach genug Versuchen doch erbarmt, seine Aufgabe ordnungsgemäß wahrzunehmen. Der Höhepunkt war dabei aber, als erklärt wurde, man müsste nur Eselsohren in die Blätter falten, dann würde das funktionieren. Ist ok, knick‘ einfach ein paar offizielle Dokumente, kein Problem. Demnächst wird wahrscheinlich noch der Stempel mit dem Landeswappen gegen eine Kartoffel ausgetauscht, in die das entsprechende Symbol geschnitzt wird. Schlussendlich kam dann doch der Geistesblitz, einfach jede Seite einzeln einzuführen. In den Scanner wohlgemerkt. Wer hätte das gedacht, eine Meisterleistung des überlegenen menschlichen Verstandes.

Und ich verspreche euch, irgendwann bekomme ich noch einen Nervenzusammenbruch, wenn ich den Satz höre „Ich hab ja nichts gegen Flüchtlinge/ Ich bin ja nicht rassistisch“, worauf dann immer eine Aussage folgt, die diesen ersten Teil ad absurdum führt. Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft als auch unsere Politik, dass es so viele verblendete Menschen gibt, die tatsächlich mit den diversen rechten Gruppierungen sympathisieren.

Ok, jetzt hab ich aber auch genug geweint, aber irgendein Ventil brauchte ich heute. Bis zum nächsten Mal!

 

10 Kommentare zu „Spontanbericht #6

  1. Der Mangel an Ideen und dem Vermögen lösungsorientiert (und vor allem effizient) zu denken und zu handeln, sorgt für das Wohl eine ganzen (Psychologen)Branche. Ebenso wie das Gespenst Angst, dass zu solch intelligenten Aussagen wie, „Also ich verstehe ja, dass die Flüchtlinge irgendwohin müssen, aber können die nicht zuhause bleiben?“ verleitet.

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    1. Macht Sinn. 😀 Irgendwie muss man auch den Masochisten die Möglichkeit geben, sich zu verwirklichen, wieso sollte man sich sonst der Probleme von minderbemittelten Usern annehmen wollen? 😀

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