How to: Richtig beschweren

In Zeiten des Internets ist es sehr einfach, sich über Produkte oder Dienstleistungen zu beschweren. Doch allzu oft artet dies leider in einer ungeordneten Raserei aus, die zu keiner konstruktiven Lösung des Problems führen kann.
In diesem Ratgeber zeige ich euch, wie ihr euren Hass konzentriert einsetzt und eure Verbesserungsvorschläge unmissverständlich zum Ausdruck bringt.

Detaillierte Beschreibung des Problems:

Damit man euch auch helfen kann, müsst ihr präzise anführen, was für eine Art von Problem ihr bei welchem Produkt habt. Denn nur so kann das Serviceäffchen auf der anderen Seite des Bildschirms im besten Fall Hilfestellung geben oder kennt zumindest den zuständigen Spezialisten. Im Folgenden ein  Beispiel:

Falsch:

„Das Dings macht Geräusche“

Richtig:

„Das rote Dings macht knallende Geräusche“

Obgleich der Unterschied auf den ersten Blick nichtig erscheint, ist die Spezifizierung in diesem Fall unglaublich hilfreich. Die Attribute „rot“ und „knallende Geräusche“  lassen nur eine Möglichkeit übrig und das zugrunde liegende Problem kann im Optimalfall beseitigt werden.

Gezielte Diffamierung des Adressaten:

Dieser Optimalfall tritt aber leider nicht immer ein. Dann ist es an der Zeit, die eigene fundierte Argumentation dadurch zu untermauern, seinem Gegenüber, im Regelfall einem armen Internetsupportsklaven, jegliche Kompetenz abzusprechen und seine gesamte Ahnenreihe bis ins 12. Jahrhundert zurückreichend zu diffamieren. Beziehe dabei jedoch ausschließlich seine weiblichen Familienmitglieder mit ein. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wurden diese Frauen über Generationen hinweg von Mauleseln gedeckt, was in letzter Konsequenz zu solch einem Misserfolg der menschlichen Evolution geführt hat. Dies solltest du in aller Ausführlichkeit beschreiben, um deinem Missmut Ausdruck zu verleihen.

Aufstellung der eigenen Forderungen:

Nachdem du dir mit diesen eloquenten Beleidigungen einen gewissen Respekt verschafft hast, solltest du deine Forderungen aufstellen. Hierbei reicht es selbstverständlich nicht, dass dein mangelhaftes Produkt ausgetauscht wird oder du dein Geld zurück erhältst. Die Dreistigkeit, dir solche Umstände zu bereiten, sollte mit der vollkommenen Erniedrigung bestraft werden. Zwinge das betreffende Unternehmen in die Insolvenz, da es vollkommen unverantwortlich ist, den armen unwissenden Kunden für solch stümperhafte Produkte um sein hart verdientes Geld zu bringen. Einzig das kann deinen Hass in angemessenem Maße befriedigen. Untermauere die von dir angeführten Forderungen stets mit der Drohung „Sonst hören Sie von meinem Anwalt!“. Nichts wirkt bedrohlicher als der Rechtsbeistand des kleinen Mannes der Mittelschicht.

Diese einfache Anleitung sollte ihren Zweck erfüllen und dir die Genugtuung für erworbene mangelhafte Produkte verschaffen. Oder eine Unterlassungsklage, je nachdem.

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