Die Rechnung, bitte! #1

Hallo, meine Freunde! Dieser Beitrag ist der erste einer neuen Kategorie mit den Namen „Die Rechnung, bitte!“

In dieser Rubrik soll es darum gehen, mit Leuten abzurechnen, welche die unnachahmliche Fähigkeit besitzen, mir den letzten Nerv zu rauben. Vorzuweise sind das Personen des öffentlichen Lebens, die (leider) einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen. Und der erste Beitrag startet gleich mit einer Person, die in puncto Fremdschämpotential ganz weit vorne liegt. Es handelt sich um eine Youtuberin, deren Kanal den klangvollen Namen „Katja Krasavice“ trägt. Ich will eigentlich keine Werbung für dieses bemitleidenswerte Etwas machen, aber leider ist das unverständlich, wenn ich euch darlegen will, um wen es hier geht. Die gute Katja, ich nenne sie jetzt einfach mal in Ermangelung des Wissens um ihren wirklichen Namen so, ist eine junge Frau, schätzungsweise um die 20 Jahre alt, mit schlecht gefärbten wasserstoffperoxidblonden Haaren, gefühlten 20 Meter langen lackierten Fingernägeln und nicht unbedingt mit der Weisheit eines antiken Gelehrten gesegnet. Alles kein Problem, eine normales fehlgeleitetes Mädchen des 21. Jahrhunderts könnte man meinen.

Leider muss sie sich auf Youtube präsentieren und hat sich eine ganz besonders originelle Strategie ausgedacht, um an Klicks und Abonnenten zu gelangen: Sie drückt ihre oft nur marginal bekleideten sekundären Geschlechtsmerkmale in die Kamera und redet über wahrschlich weltbewegende Themen. So tragen ihre Videos klangvolle Namen wie „Twerken vor der Kamera“, „Ich bin die Youtube Hure?!“ „Wie ich vor meinen Operationen aussah“ (Zu dieser Perle kommen wir später noch), „Rapper, mit denen ich Sex haben würde“, „Ich küsse eine Frau“, „So kriegt man mich ins Bett“, etc. Alleine das Studium der Videotitel reicht schon aus, um den Glauben an die Menschheit vollkommen zu verlieren, sich zehn Schläge mit einem Hammer gegen den Schädel zu verpassen, daraufhin zu merken, dass man das nie wieder vergessen wird, in eine einsame Berghütte zu ziehen und auf die Apokalypse zu warten. Aber beschäftigen wir uns mal näher mit den anspruchsvollen Videos dieser jungen Dame. Ich hatte Sorgen, ohne ein abgeschlossenes Studium nicht mit dem sich in astronomischen Höhen befindendem Niveau umgehen zu können, aber es gelang mir gerade so.

Beginnen wir mit einem wahren Highlight „10 Arten zu küssen“: In diesem Video hat sich Katja mit einer Freundin zusammengefunden, um die ihrer Meinung nach sehenswerten Arten zu küssen am lebenden Objekt zu präsentieren. Eingeleitet wird das Ganze von dem Satz „Wir sind keine Lesben, wir stehen einfach nur darauf, uns zu küssen.“ Alles klar, macht ähnlich viel Sinn wie „Ich bin kein Masochist, ich stehe einfach nur auf Schläge.“ Jedenfalls wird dann auch tatsächlich vorgeführt, wie sich zwei junge Damen vor der Kamera küssen. Unbestritten ein ästhetisches Bild, aber dass das Ganze unter dem Banner eines informativen Videos läuft, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Natürlich geht es einzig und allein darum, die unterschiedlichen Kussarten zu präsentieren und nicht darum, pubertierende Jungs auf den Kanal zu ziehen. Dazu passt auch, dass 90 % der Kommentare von eben diesen Leuten stammen, die noch Freizügigeres von Katja verlangen.

Weiter geht’s mit einer Dokumentation ihres früheren Aussehens, genauer gesagt „Wie ich vor meinen Operationen aussah“. Ja, in der Tat, diese junge Frau, die gerade aus dem Jugendalter herausgewachsen ist, hat schon Schönheitsoperationen hinter sich. Genauer gesagt eine Brustvergrößerung und eine Nasenkorrektur. Herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung. Und warum? „Weil ich es kann“, unterstrichen mit einem arroganten Lachen. Wahrlich sympathisch. Jedenfalls zeigt sie in diesem Video alte Bilder von sich, die die Unterschiede zu ihrem aktuellen Erscheinungsbild zeigen sollen. Dabei sagt sie selbst, dass einige Bilder bearbeitet sind. Ehrlich, wie viele Gehirnzellen muss man zerstört haben, um einen aussagekräftigen Vergleich mit einem bearbeiteten Bild anstellen zu wollen? Was wir dort sehen, ist jedenfalls nicht besonders spektakulär. Duckfacebilder mit Push-up-BH, Fotos vom genüsslichen Lutschen an einer Shisha, „rebellische“ Mittelfingerfotos, die üblichen fotografischen Meisterwerke eines fehlgeleiteten jungen Wesens. Offenbar soll man sie dafür bewundern, dass sie sich in ein unnatürliches Etwas verwandelt hat. Okay. Sehe ich zwar anders, aber sie scheint die Aufmerksamkeit zu brauche.

Ein wahres Feuerwerk der Unterhaltung wird auch bei „Twerken vor der Kamera“ geboten. Hier zeigt Katja, wie sie sich in Chatroulette rumtreibt. Für die, die es nicht wissen: Chatroulette ist eine Internetseite, auf der man mit unbekannten Leuten via Webcam und Sprachchat kommuniziert. Dabei feuert sie ihr volles Repertoire ab: Sie lächelt „verführerisch“, twerkt, was heißt, sie wackelt mit hervorgestrecktem Hinterteil Richtung Kamera etc. Auch das in an Peinlichkeit nicht zu überbieten.
Ich nehme an, es wird klar, worauf ich hinaus will. Die Videos haben keinen Inhalt, es geht schlicht und einfach darum, mit billigem Verhalten Männer auf den Kanal zu locken und gleichzeitig zu polarisieren. Mich bringen da noch die Kommentare zur Verzweiflung, in denen Katja Krasavice für ihr Selbstbewusstsein gelobt wird. Ganz ehrlich, das hat nichts mit Selbstvertrauen zu tun, wenn man mit einem normalen Körper derart unzufrieden ist, dass man in diesem Alter zu Schönheitsoperationen greift. Im Gegenteil, die Unfähigkeit sich selbst zu akzeptieren, ist ein Zeichen für mangelndes Selbstbewusstsein. Dazu dieser erbärmliche Geltungsdrang, diese Sucht nach Aufmerksamkeit.

Es wird sowas von deutlich, dass wir hier jemanden sehen, der niemals mit sich im Reinen sein wird. Man kann jetzt sagen, sie hat Erfolg. Über 300.000 Abonnenten, mehrere hundert Tausend Klicks unter jedem Video. Aber womit? Mit billigsten Bauernfängertricks. Spektakuläre Titel, viel nackte Haut, es ist einfach nur over the top. Man könnte den Ton jedes Videos ausschalten, es wäre sogar für den Anspruch der Videos positiv, wenn sie nicht ihre einfältigen Ansichten zum Besten geben würde. Man kann ja schon froh sein, dass sie sich nicht zu politischen Themen äußert, das wäre nur noch peinlich. Was bleibt am Ende übrig? Eine gespielt arrogante Frau, die nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, sich absolut billig bei Youtube verkauft und noch stolz darauf ist. Wie sagte sie so schön in einem Video. „Das ist dumm und lustig. So wie ich“. Du bist nicht lustig. Kein Stück. Wenn ich ein rostiges, stumpfes Messer nehme und mir damit jeden Zeh einzeln abtrenne, ist das lustiger als du. Und genau diese Einfältigkeit, gepaart mit der Selbstüberschätzung ist das, was mich vollkommen auf die Palme bringt. Ein verdienter Einstand für diese neue Kategorie, die mit Sicherheit fortgesetzt wird.

Ein Kommentar zu „Die Rechnung, bitte! #1

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