Die Welt des Klassenraums

Da ich nun wieder im Rahmen meiner Ausbildung einen erfrischenden Unterricht genießen kann, wurde ich dazu inspiriert, an meine gesamte Schulzeit zurückzudenken. Im Folgenden werden einige markante Charaktere und Erlebnisse zusammengefasst, die einzelnen Abschnitte stehen nicht in Zusammenhang zueinander.

Jeder von euch erinnert sich wahrscheinlich an dieses Szenario: Im Klassenraum herrschen lebensfeindliche 40 Grad Celsius oder mehr und man erhört ein schwaches Krächzen aus einer Ecke des Raumes: „Können wir das Fenster aufmachen?“ Das ist die Rettung! Endlich eine erfrischende Brise genießen, doch nicht aus diesem Leben scheiden! Doch nachdem das eigene fahle, schweißnasse Gesicht wenige Sekunden von einem Windstoß umschmeichelt wurde, wird eine Frage in den Raum geworfen, die schlimmer nicht sein könnte: „Mir ist kalt, können wir das Fenster wieder zumachen?“ Es darf nicht wahr sein! Die einzige Erklärung für diese gestörte Temperaturwahrnehmung ist, dass die UV-Strahlung und Hitze das Gehirn schon teilweise zersetzt haben. Dieser Einwurf wird jedoch gleich von einer durch die Wärme aggressiven Menge niedergeschmettert (auch hier kann man keine Hitzeschäden ausschließen).

Erdkundeunterricht in der Oberstufe. Eigentlich könnte man hier ein wenig Allgemeinbildung erwarten oder zumindest Anzeichen von kognitiven Prozessen. Doch eine Mitschülerin hat mich eines besseren belehrt. Wir schauen uns einen Atlas an, genauer gesagt den Kontinent Afrika. Die eben genannte Mitschülerin von mir sieht sich die D.R. Kongo an und fragt allen Ernstes: „Wer ist Doktor Kongo?“ Einen derart gewaltigen Hirnschiss habe ich selten erlebt.

Eine meiner liebsten Geschichten ist die, wie ich eine fünf in Kunst auf dem Zeugnis bekam. Wir sollten ein Bild malen, dass gegen Drogenkonsum wirbt oder über dessen Folgen aufklärt. Nachdem mehrere Entwürfe von mir abgeschmettert wurden (die übrigens nicht mal so schlecht waren! Mein Favorit war das Pärchen in einem Auto, das einem Joint gleicht, das einen Unfall hat), hatte ich keine Ambitionen mehr, die ausgerechnet meiner Wenigkeit gegenüber enormen Anforderungen zu erfüllen. Also malte ich ein DIN A3 Blatt komplett grau an und nannte es „Drogen benebeln die Sinne“. Bis heute find ich das sogar ein bisschen kreativ, auch wenn ich zugeben muss, dass das als Ergebnis eines Halbjahres recht wenig ist. Trotzdem bin ich mit dieser schlechten Note mehr als nicht einverstanden!

Auch auf dem Pausenhof spielten sich desöfteren Dramen und sogar Katastrophen ab! Am meisten in Erinnerung hängen geblieben ist der berühmte Apfelwurf. Ein Mitschüler hatte die grandiose Idee, einen ganzen Apfel mit voller Wucht über den Hof zu werfen. Dabei rannte ein kleiner Fünftklässler unglücklicherweise in die Flugbahn des Apfels und wurde mit voller Breitseite im Gesicht getroffen und zu Boden geschleudert. Es fehlte nur noch, dass der Bildschirm rot wurde und dort „Wasted“ eingeblendet wurde.
Jedenfalls fehlte dem Jungen nichts, obwohl er mehrmals beteuerte, blind zu sein. Er konnte sich also nicht als Odin ausgeben, der sein Augenlicht gegen Weisheit tauschte.

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